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Bericht des Bürgermeisters - März 2020

Sehr ausführlich fiel mein Bericht in der letzten GV-ö aus, heute folgt im Gegenzug eine kürzere Fassung.

Im Dezember gaben die aktuellen komplexen Themen den Anlass und die Notwendigkeit dazu, um Hintergründe aufzuzeigen und Details zu erläutern; schließlich ist es der Sinn dieses Tagesordnungspunktes, dass Handlungs- und Entscheidungswege für unsere Einwohnenden (…um dieses nervtötende „-er und -erinnen und einwohnende Diverse“ zu vermeiden wähle ich mal das neutrale Partizip) transparent und nachvollziehbar zu halten. Tatsächlich gab es auch eine Phase der relativen winterlichen Ruhe, die großen Fragen und Projekte -bis auf eines, auf das ich im Folgenden eingehe- erforderten in den Monaten Januar/Februar kaum exorbitante Aktivitäten. Was blieb, war das Tagesgeschäft und die Vorplanung auf das jetzige Jahr. Mit einer Ausnahme, wie gesagt: Das Projekt um die „grundhafte Erneuerung des Spielplatzgeländes“ und das ihr zugrunde liegende Förderprojekt.

Über die Irrationalität und Realitätsferne der Förderstruktur im Allgemeinen, sowie auch beim Spielplatzfördergesetz im Besonderen, müssen wir hier nicht wiederholt diskutieren. Erkennbar ist darin nur ein Sinn: Möglichst wenige sollen möglichst wenige Fördermittel abrufen, damit die übergeordneten Institutionen einerseits sagen können „Wir haben ja Gelder zur Verfügung gestellt“, und andererseits mit Leidensmine und Unverständnis „….aber die hat ja keiner abgerufen“ – um diese Mittel dann sofort woanders zu versenken. Sei`s drum: Hier bei uns geht es nun mit mächtigen Schritten voran!

Nachdem im Spätherbst „Hippi“ mit seiner Technik das Baufeld für die neuen, von den Kindern des Dorfes ausgesuchten Spielgeräte ausgehoben hat, warten wir nun auf die Lieferung und den Aufbau. Im Zuge der „Grundhaften Erneuerung“ -so das Fördermittelgesetzbürokratieschimmelamtsdeutsch- werden wir zu einer Pflanzaktion aufrufen, um dem Gelände ein sein neues Gesicht zu geben. Am letzten Februartag hat die Firma Thies Dölger uns unterstützt, um dafür die letzten Voraussetzungen zu schaffen und das Gelände baulich vorzubereiten.

Nichts aber wäre gegangen, wenn da nicht diese unglaubliche Unterstützung und Einsatzbereitschaft im Dorf gewesen wäre! Selbst von einem Abend auf den nächsten Morgen stand eine Brigade von Einwohnenden bereit, Wetter hin und Regen her. Nur so konnten letztlich alle Vorbereitungen für die Erneuerung des Platzes abgeschlossen werden – bei jedem Einzelnen bedanke ich mich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich und herzlich!

Was aber hätte alles genutzt, wenn wir zwar diese grundhafte Erneuerung durchführen können, aber kein „Gestaltungsmaterial“ haben? Wieder stand das Dorf zur Seite, als um „Baumpatenschaften“ nachgesucht wurde - inzwischen haben wir so viele Spender und Paten, dass wir, leicht überzogen, den Westerwald neu anpflanzen könnten. Ein phantastisches Ergebnis, und: Thandorf, wie es leibt und lebt! Als Göttergeschenk können wir in diesem Zusammenhang überdies betrachten, dass sogar die Behörde, die sicherlich am meisten für die Menschen in den Dörfern tut und sich immer vehement für sie einsetzt, ihren Segen gegeben hat. Natürlich unter einem Stapel von Auflagen und Vorgaben in Tateinheit mit den üblichen Drohungen, doch daran hat man sich ja gewöhnt.

Genauso Realität wie unsere Haushaltssituation. Die krankt und knarrt an allen Ecken und Kanten, was natürlich jetzt keine so neue Information ist. Fakt ist, dass keine Maßnahme bekannt und umsetzbar ist, die die „dauerhaft entfallene Leistungsfähigkeit“ ebenso dauerhaft in Leistungsfähigkeit umwandeln könnte. Auch übergeordnete Ebenen, das ergab sich aus einer Vielzahl von Gesprächen, finden keinen Ansatzpunkt – obwohl es gerade ja auch die sind, die Ideen und Maßnahmen engagiert und fortwährend untersagen und blockieren. „Nicht genehmigungsfähig“: das häufigste Wort, das aus Richtung Landkreis zu vernehmen ist. Alle Analysen haben gezeigt: Die Haushaltssituation ist ein systemisches, ein strukturelles Problem. Gerade weil das so ist, haben wir uns seit Jahren geweigert das zu übertünchen, in dem wir etwa jeder Forderung nach Steuererhöhung nachgegeben hätten. Haben wir nicht, wohl überlegt und aus guten Gründen.

Doch alles hat seine Zeit, und so werden wir diese Thematik heute aufgreifen und über die zu beschließende Haushaltssatzung die Steuersätze anheben. Rund 70.000 EUR haben wir über die Jahre nicht von den Einwohnenden eingefordert, 7.500 EUR für jedes Jahr nach der letzten und damals immer noch weit unter den Forderungen des Landes liegenden Anhebung. Durch das neue FAG steigt die jährliche Summe nunmehr auf ca. 11.500 EUR pro Jahr, die das Land als „fiktiv eingenommen“ bucht und darauf die Zuweisungen, wie eine Doppelbestrafung, errechnet. Hier müssen und wollen wir hier und heute gegen steuern, indem wir die Sätze auf das Durchschnittsniveau anheben.

Voran geht es derweil im Ausbau des Breitbandnetzes, wenn auch hier und da mit den erwartbaren Haken und Ösen. So z.B. bei der Verlegung nach Utecht, wo unbekannt liegende Wasserrohre das Vorankommen verzögern, und in der Ortslage im Gebiet Schmiedeweg / Lunken Kamp, wo ein bekannter Investor als Eigentümer der Fläche noch immer nicht dafür gesorgt hat, dass die Anschlüsse gelegt werden können. Beides muss nun zeitnah einer Lösung zugeführt werden.

Neu herauskommen wird in Kürze eine Imagebroschüre des Amtsbereiches Rehna, in der u.a. alle Dörfer vorgestellt werden. Den für Thandorf vorgeschlagenen Text, der z.B. die Neueröffnung des Cafe Kreuzstich verkündete und auf die Einkaufsmöglichkeiten im Uhlenhof hinwies, habe ich vollständig verneint, neu verfasst und ersetzen lassen. Die Broschüre wird nach Erscheinen im Amt ausliegen und ich werde zudem Exemplare für das Dorf zur Verfügung stellen lassen.

Zwei Dinge zum Abschluss: Jeder dürfte wahrgenonmmen oder auf der Thandorf-Seite gelesen haben, dass wir auf dem Teichgelände vier Bäume abgenommen haben. Stammteile und Kronenholz liegen zuhauf noch bereit, wir laden jeden ein, sich reichlich zu bedienen um kostenfrei seinen Wintervorrat aufzustocken. Ein Spielplatz für Männer mit Sägen, also haut rein!

Weil es in den Medien das vorherrschende Thema ist: Nein, wir schließen uns der Panik im Hinblick auf „das Virus“ nicht an. Ich appelliere an jeden, zwar die bekannten Vermeidungsstrategien zu beachten und u.a. den Kontakt zu Reisenden aus den Risikogebieten zu meiden, gleichzeitig aber dabei entspannte norddeutsche Gelassenheit walten zu lassen. Weder sind Hamsterkäufe sinnig (zum einen schmecken die gar nicht, zum anderen haben wir genug Lebensmittel für alle hier im Dorf), noch ist Angst ein guter Ratgeber!

 

 

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