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Der Brandschutz in Thandorf - bisher und in Zukunft

Informations- und Diskussionsabend: Sicherstellung des Brandschutzes

 

Einwohner aus Thandorf, Schlagsülsdorf und Heiligeland, Feuerwehrleute der benachbarten Wehren, Gemeindevertreter, die Jugendfeuerwehr und die Amtswehrführung waren eingeladen. Themen gab es reichlich: die aktuelle Situation beim Brandschutz, Erläuterungen zu den Abläufen und einige Neuigkeiten.

Jörg Timke führte durch die Veranstaltung und begründete sie: „Diese Veranstaltung soll vornehmlich dazu dienen, einen regen Austausch zwischen Bürgern, Gemeindevertretern und Vertretern der Feuerwehr zu ermöglichen. In dieser offenen und ehrlichen Runde soll der Bevölkerung das wichtige Thema des Brandschutzes und dessen Sicherstellung näher gebracht werden. Auch wenn heute die Mitgliedergewinnung nicht im Fokus dieser Veranstaltung steht, ist auch die Feuerwehr und Jugendfeuerwehr Schlagsdorf stets auf der Suche nach neuen Mitgliedern.“

Aus gegebenem Anlass wies Stefan Becker, Gemeindewehrführer der Feuerwehr Schlagsdorf, noch einmal darauf hin, Rauchmelder unbedingt ernst zu nehmen, auch falls einer beim Nachbarn aus der Wohnung schrillt, und in einem solchen Fall rechtzeitig die 112 anzurufen. „Lieber nehmen wir einen Fehlalarm in Kauf, als dass wir am Ende zu spät kommen. Jede Minute, die wir eher kommen, kann ein Menschenleben retten oder den Unterschied zwischen einem Entstehungsbrand und einem Vollbrand ausmachen.“

Dabei sind leider die Ausrückzeiten der Feuerwehren sowieso schon ernüchternd – ein Problem, das auf die dörfliche Lage, lange Wege und die wenigen tagsüber vor Ort anwesenden Einsatzkräfte zurückzuführen ist. Damit hebt sich der Amtsbereich nicht von allen anderen ländlichen Bereichen in der Bundesrepublik ab, aber diese Erkenntnis trägt noch nicht zur Lösung des Problems bei. Hier wäre die Politik gefordert, die sich aber dieser Aufgaben nicht stellt.

Während die Löschwasserversorgung in Thandorf und Schlagsülsdorf erfreulicherweise sehr gut sichergestellt ist – nirgends im Amtsbereich ist die Anzahl der Hydranten pro Einwohner so hoch wie hier und in Schlagsülsdorf stehen zwei Teiche am Hof Lafrenz zur Verfügung – so sieht es in Heiligeland weniger gut aus. Dort existiert lediglich ein Hydrant, der nicht zur Sicherung des Brandschutzes ausreichend ist. Zur Gewährleistung einer ausreichenden Löschwasserversorgung wird deshalb beim Dreieck an der Bushaltestelle ein neuer Löschbrunnen errichtet. Das Wassernetz, an das die Hydranten angeschlossen sind, hat aufgrund seines hohen Alters Renovierungsarbeiten dringend nötig.

Einen kurzen Einblick in den Vertrag zur Übernahme des Brandschutzes zwischen Thandorf und Schlagsdorf gab Dennis Karsten in seiner Funktion als Ansprechpartner der Feuerwehr in der Gemeindevertretung: „Durch die Übernahme des Brandschutzes durch die Feuerwehr Schlagsdorf ergaben sich unweigerlich Veränderungen für den Standort Thandorf. Nach zwei Jahren der Zusammenarbeit mit der Wehrführung und der Gemeinde Schlagsdorf lässt sich aber ein durchweg positives Resümee ziehen.“ (siehe Link unten: Brandschutz-Konzept 2015, PDF)

Eine wesentliche Veränderung für den Standort Thandorf war der Verkauf des alten W50 der Thandorfer Feuerwehr im vergangenen Jahr. Eine Entscheidung, die allen Beteiligten sicherlich nicht einfach fiel, aber aufgrund massiver TÜV-Mängel notwendig wurde. Weitere Kriterien für diese Entscheidung waren aber auch die aktuelle Personalsituation in Thandorf sowie der Umstand, dass ein zusätzliches Großfahrzeug nicht in das aktuelle Brandschutzkonzept für den Bereich Thandorf/Schlagsdorf passte. Mittlerweile wurde das Fahrzeug durch einen Thandorfer Einwohner käuflich erworben, der es liebevoll weiterpflegt und in naher Zukunft wieder für den Straßenverkehr zulassen will.

Auch wenn der W50 für den Standort Thandorf wegfiel, war allen Beteiligten von Anfang an klar, dass ein Fahrzeug nach Thandorf gehört. Zusammen mit dem Förderverein der Feuerwehr Schlagsdorf und den beiden Gemeinden wurde daher im vergangenen Jahr ein Mannschaftstransportwagen (MTW) beschafft und in Thandorf stationiert. Im Einsatzfall fährt dieser mit den beiden aktiven Kameraden aus Thandorf zunächst nach Schlagsdorf, wo sie – aufgrund ihrer Ausbildung – auf ein größeres Fahrzeug umsteigen. Der MTW wird derweil für den Transport nachrückender Kameraden eingesetzt, die hierdurch deutlich schneller zur Einsatzstelle kommen können.

Eine weitere Veränderung für den Standort Thandorf ergab sich im vergangenen Jahr durch den Einzug der Jugendfeuerwehr in das Gerätehaus. Mit genügend Platz für ihr eigenes Material sowie dem Dorfteich und dortigen Spielplatz in der Nähe bietet er den Jugendlichen einen idealen Standort für ihre Aktivitäten. Über diese berichtete Anna-Lena Wendorf als Jugendwartin der Jugendfeuerwehr Schlagsdorf gerne. Obgleich die feuerwehrtechnische Ausbildung einen wesentlichen Punkt ausmacht, kommen auch andere Aktivitäten, wie die Teilnahme an Wettkämpfen und Zeltlagern, unterschiedliche sportliche Aktivitäten aber auch Spiel und Spaß, nicht zu kurz. Dass diese ausgewogene Mischung der unterschiedlichen Aktivitäten viel Freude bereitet, konnten die anwesenden Mitglieder der Jugendgruppe nur bestätigen.

Seit 2007 hat die Feuerwehr Schlagsdorf einen eigenen Förderverein, der sowohl die Feuerwehr als auch die Jugendfeuerwehr unterstützt. So konnte Steffen Wramp, als Kassenwart des Fördervereins, stolz über die zahlreichen Projekte und Beschaffungen berichten, die durch den Verein in den vergangenen 10 Jahren bereits getätigt werden konnten. Neben Einkünften aus den Beiträgen der zahlreichen Mitglieder sowie aus Bußgeldbescheiden des Amtsgerichtes Wismar (vormals Grevesmühlen) sind es vor allem die Einnahmen bei Veranstaltungen sowie viele Sponsoren, die eine so große Unterstützung durch den Förderverein ermöglichen. Für Vereinstreffen (z. B. fürs alljährliche Bowling) greift man hier mittlerweile gerne auf Veranstaltungsorte in Lübeck zurück, da es in Gadebusch schon mancherorts zu eng geworden ist, berichtete Herr Wramp. 

Die anwesenden Einwohner Thandorfs sahen darin allerdings keinen Grund, dem Förderverein der Schlagsdorfer Wehr ihre Unterstützung zu versagen, und nahmen - teilweise zum ersten Mal - sehr erfreut zur Kenntnis, das es in Schlagsdorf einen solchen Verein gibt.

Auch die Feuerwehr Thandorf besaß einen Förderverein. Nach Auflösung der Feuerwehr und die Übernahme des Brandschutzes durch die Feuerwehr Schlagsdorf entschieden sich die verbliebenen Mitglieder des Vereins jedoch, diesen aufzulösen, da der eigentliche Zweck des Vereins entfallen war. Seitdem befindet sich der Förderverein in Auflösung. Die Gelder, die hier zuletzt noch verwaltet worden waren, sind beim Treuhänder festgelegt und zur Unterstützung der Jugendarbeit in Thandorf vorgesehen, so wie es in der Thandorfer Vereinssatzung bestimmt war.

Das letzte offizielle Wort des Abends hatte dessen Organisator Jörg Timke: "Was ich zwar schade, aber auch interessant fand, war, dass sich die Einwohner und die Mitglieder der Feuerwehr wie von selbst an den gegenüberliegenden Seiten des Tisches wiederfanden und sich so räumlich trennten. Aber das mehr als 10 % der Einwohner Thandorfs anwesend waren, hätte ich im Traum nicht erwartet. Bei der Hälfte hätte ich mich schon gefreut."

 

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Schautafeln:
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Jugendfeuerwehr

 

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