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Im neuen Gewand

Der Dank und die Hoffnung

Welch ein bedrückendes Gefühl ist es, wenn lang Gelebtes und tief Geliebtes weg bricht. Wenn gewohnte Regelmäßigkeiten und gewohntes Umfeld sich verändert, wenn eine über Jahre gebildete Gruppe, mit der man und frau viel erlebt und viel durchgestanden hat, sich zersplittert und in eine ungewisse, in Teilen auch ungeliebte Zukunft schauen muss. Für einige sind es Jahrzehnte, für andere Jahre, die prägend waren und in denen viel gemeinsam erreicht und erlebt wurde. Engagement und die Bereitschaft zum Dienst am anderen: Das war es, was die Zusammengehörigkeit trotz aller immer wieder aufflackernden Probleme und unverständlicher Rahmenbedingungen ausgemacht.

Jeder Kameradin und jedem Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr ist dafür hoher Respekt und ehrliche Dankbarkeit zu zollen, symbolisieren sie doch Eigenschaften, die leider heute bei immer mehr Menschen keine Grundhaltung mehr sind!

Mehr als gut sind gedrückte Gefühle, Verletztheit und Enttäuschung, Unsicherheit und auch Wut im Bauch bei denen, die über viele Jahre ihre Zeit eingebracht haben, die auch Risiken für andere Menschen eingegangen sind, zu verstehen. Wer hätte nicht schon in seinem Leben derartige Situationen erleben müssen und dieselben Gedanken gehabt – und wer wollte diese emotionale Gemengelage daher verurteilen.

Viel mehr als „nur“ Brandschutz

Wie in den meisten kleinen Orten, gleich wo sie wohl liegen mögen, ist die Freiwillige Feuerwehr auch hier in Thandorf immer mehr gewesen. Sie steht über ihre Mitglieder für Dorfkultur und Brauchtum, sie steht für Traditionen und Gemeinsamkeit. Frühjahres- und Herbstfeuer, das gemeinsame Schnacken und Klönen bei Grill- und Lagerfeuer sind nur einige wenige Anlässe, bei denen die Kameradinnen und Kameraden sich in den Dienst der Dorfgemeinschaft stellen. Unverzichtbar, ein wesentlicher Bestandteil, selbstverständlich und freudig.

Es ist dafür hohe Anerkennung auszusprechen, aus dem Herzen kommend, stellvertretend für alle und in allerschärfster Form!

Probleme wurden übermächtig

Sie kamen zu allererst von außen und sie kamen „von oben“, die sind gekennzeichnet von Realitätsferne und von Elfenbeinturm-Denken: Die Rahmenbedingungen, die unsere Feuerwehr wie nahezu alle Dorfwehren im ganzen Bundesgebiet vor zunehmend unlösbare Probleme stellten und stellen. 

Anforderungen, die nicht passen. Vorgaben, die unerfüllbar sind. Verlangt wurde die Quadratur des Kreises, erreicht wurde das klassische Dilemma: Was auch immer getan wird, es hat ungewollte Nebenfolgen. Verkannt und sogar geleugnet wurde und wird auf Entscheiderebene die dörfliche Welt, wie sie heute ist, das Ergebnis des Handelns will auf der Ebene aber niemand hören: Personalnot an allen Ecken und Kanten.

Personalnot Hauptursache

Es ist zu beklagen und es ist allgegenwärtig: Veränderte Grundhaltungen infolge einer veränderten Welt. Jugendliche, die lieber online sind als gemeinsam die reale Welt zu erleben. Erwachsene, denen ihr Lebensumfeld (insbesondere das berufliche) schon so kaum noch Räume gibt, um dieses Umfeld zu gestalten.

Niemand sollte sich anmaßen, die Prioritäten eines anderen Menschen zu verurteilen, niemand sollte einen anderen Menschen geringschätzen, nur weil er nicht das gleiche tut wie man selbst, niemand hat dazu das Recht - und doch ist genau diese Abkehr vom Dienst am anderen eine wesentliche Ursache für die Personalnot der Wehren hier und anderswo! Diese Personalnot hat ganz entscheidend dazu geführt, dass nun Entscheidungen getroffen werden mussten, die man lieber nicht treffen möchte.

Weder die Wehr, noch die Gemeinde tragen für die blockierenden Rahmenbedingungen und für die Grundhaltung von Menschen mit dem Ergebnis der Personalnot die Verantwortung.

Es gibt eine zweite Wahrheit

Die Hauptursache ist benannt, und dennoch gibt es auch eine zweite Wahrheit. Eine Wehr, von der Menschen sich abwenden weil die internen Schwierigkeiten die externen Ursachen noch verstärken. Eine Wehr, der auch Kameradinnen und Kameraden aufgrund von Unzufriedenheit den Rücken kehren - und jetzt die Umwandlung vorwurfsvoll beklagen. Eine Wehr, die in Kürze ohne Führung da steht.

Die Summe beider Wahrheiten schließlich ergab eine Ausweglosigkeit, die Handeln erforderte. Schön reden, abwarten, die Augen verschließen, sich drücken vor klaren Entscheidungen: Das alles mag in anderen Orten, die vor genau derselben Situation stehen, so sein. Hier stellen wir uns als Gemeinde der Verantwortung und stellen uns auch der Entscheidung.

Was bleibt ist Hoffnung

Sie stirbt bekanntlich zuletzt, so auch im Hinblick auf die Kameradinnen und Kameraden. Sie werden auch im neuen Gewand gebraucht, dringend gebraucht, jede und jeder einzelne. Ihre Kompetenz und ihr Engagement sind unverzichtbar, für den Brandschutz der Menschen und für alles das, was Feuerwehrkameradinnen und -kameraden in einer dörflichen Gemeinschaft ausmacht!

Feuwerwehrleute sind besondere Menschen und besondere Menschen braucht das Dorf und braucht das Land; von den anderen gibt es nämlich schon genug.

In veränderten Strukturen, in ausgebautem Umfeld mag ja sogar das eintreten, was in der jetzigen Situation kaum einer erkennen und glauben mag: Neuer Spaß an der Sache, vielleicht dann auch für weitere Einwohner und Einwohnerinnen.

Darin liegt unsere, darin liegt meine Hoffnung.

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