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Schreiben auch Sie an Herrn Backhaus!

Nachdem sie bereits vor gut acht Tagen dazu aufgerufen haben, ihren Protest gegen die geplante Biogasanlage bei Herrn Backhaus und dem StAUN zum Ausdruck zu bringen, bieten einige Einwohner des kleinen Ortes jetzt auch praktische Hilfe beim Formulieren an.

 

So könnte einer der Briefe lauten:

Widerspruch gegen den Bau der Biogasanlage in Heiligeland
AZ: StAUN SN 42B-5712.0.1045822099
Antragsteller: KIM Biogas GmbH  Co. KG, Neuer Weg 4 A, 19217 Schlagsdorf

Sehr geehrter Herr Minister Dr. Till Backhaus, bzw. sehr geehrte Damen und Herren,

als  Bürger von ... spreche ich mich hiermit gegen den Bau der Biogasanlage der KIM Biogas GmbH  Co. KG Schlagsdorf aus. Ich sehe im Lastverkehrsaufkommen, das zur Beschickung und Entsorgung der Anlage unvermeidlich ist, eine erhebliche Gefährdung für Spaziergänger,  Wanderer, Radfahrer sowie Kinder insbesondere im Bereich der Gemeindestraße Heiligeland - Schlagresdorf. Die Straße ist nicht breit genug für den Begegnungsverkehr dieser Fahrzeuge. Unsere Straßen halten diesem hohem Verkehrsaufkommen nicht stand. Durch die kaputten Straßen entsteht ein erheblicher volkswirtschaftlicher Folgeschaden.

Des weiteren ist von einer erheblichen Lärm und Geruchsbelästigung auszugehen, die es in der mehr als 200 jährigen Geschichte unseres Ortsteil nicht gegeben hat. Insbesondere zweifeln wir das Lärmgutachten an. Wir fordern ein neues konkretes Lärmgutachten.

...oder in Kurzform:

wir wollen keine unnötigen Gülle- und Gärreststransporte von Paetrow nach Thandorf durch Schlagresdorf – Heiligeland. Unsere Straßen halten diesem hohem Verkehrsaufkommen nicht stand. Durch die kaputten Straßen entsteht ein erheblicher volkswirtschaftlicher Folgeschaden.
Des weiteren ist von einer erheblichen Lärm und Geruchsbelästigung auszugehen. Diese Transporte sind für die touristische Vermarktung unseres Ortes nicht fördernd.
Wir sind absolut gegen den Bau dieser Biogasanlage an diesem Ort.

...oder lieber etwas ausführlicher:

als Anwohner einer geplanten Biogasanlage bitten wir um Unterstützung unseres Widerstands und Einflußnahme auf das geplante Projekt.

 Die unmittelbare Nachbarschaft der Biogasanlage stellt eine erhebliche Wertminderung des Objekts dar, da mit ständiger Verkehrs-, Lärm- und Geruchsbelästigung zu rechnen ist.

In dieser Biogasanlage sollen große Mengen brennbarer Gase erzeugt werden, was bedeutet, dass es im Falle einer Havarie zu Explosionen bzw. Verpuffungen kommen kann. Das bringt große Gefahr für Leib und Leben der Anwohner mit sich. Die Ortsfeuerwehren sind auf derartige Havarien nicht vorbereitet und nicht ausgerüstet. In der jüngsten Vergangenheit ist es in Biogasanlagen in Riedlingen, Walzbachtl, Deiderode, Barßel und Bassum zu solchen Unfällen gekommen. Außerdem waren damit folgenschwere Umweltschäden verbunden, da Gärsubstrate in Gewässer eingetragen wurden. Bei dem schlimmsten Unfall 2005 in Zeven sind durch Emittierung von Schadgasen vier Menschen gestorben.

Uns ist bekannt, dass im Zuge der Antragstellung zur Genehmigung der Biogasanlage mehrere zusammenhängende Gutachten erstellt wurden. Daraus ist nicht ersichtlich, wofür die Wärme des BHKW genutzt werden soll. Wir fordern daher, dass der grundsätzlich erforderliche Nachweis zu sinnvoller Nutzung der Abstrahlwärme angefordert wird. Laut Gesetzgeber ist Abstrahlung zur Zeit zwar noch zulässig, binnen Jahresfrist werden jedoch Veränderungsgesetze, die bereits in der Legislative erarbeitet wurden, die Lage vollkommen verändern. Wird der Nachweis nicht erbracht, fordern wir, die Genehmigung zum Bau der Anlage abzulehnen, da nutzlos abgestrahlte Wärme erhebliche Umweltschäden anrichtet.

Der Summenpegel im Schallleistungsgutachten ist mit 96,3 dba zu hoch. Erst wenn gemäß TA Lärm der Schallpegel an den Immissionspunkten (IP) 10 dba unter dem Summenpegel liegt, gilt der Schallpegel der IP als nicht mehr relevant. Dieser Wert ist lt. diesem Gutachten überschritten, also gibt es tatsächlich eine Relevanz an den Immissionspunkten, die im Gutachten verneint werden.

Außerdem ist aus den Gutachten ersichtlich, dass die geplante Anlage schon vor Bau teilweise nicht mehr auf dem aktuellen technischen Stand ist (z.B. Schalldämpfer).
Die errechneten Schallpegel sind dermaßen knapp unter den Grenzwerten, daß eine „Schönrechnung“ zugunsten des Auftragsgebers des Gutachtens wahrscheinlich erscheint.

Wir verlangen für den Fall einer Genehmigung, dass eine nachgelagerte Messung zur Auflage erhoben wird. Der Betreiber hat demnach den Nachweis zu erbringen, dass die gutachterlichen Werte in allen Punkten eingehalten werden, und zwar bei Betrieb unter Volllast.

Das Gebiet ist touristisches Erschließungsgebiet im Status einer Vorranggebietes, was bedeutet, dass das Areal vorrangig dem Tourismus und der Naherholung dient, obwohl gleichzeitig auch Landwirtschaft vorgesehen ist. (siehe Raumordnungsplan der Raumordnungsbehörde). Geplant ist die Erschließung über einen Radweg und ein Rastplatz für Radfahrer, Wanderer und Reiter. Die Anlage würde außerdem der Landschaft und dem Ortsbild ihren Reiz nehmen, da sie sich nicht einfügt. Damit steht sie dem Zweck eines Erholungsgebietes diametral entgegen.

Desweiteren grenzt das Gebiet unmittelbar an das Biosphärenreservat Schaalsee. Sowohl die ununterbrochene Geräuschbelastung als auch insbesondere die Verkehrsbelastung mit Schwertransportern von 25-40t sind ein störender Eingriff. Die Straße durch Heiligeland wurde kürzlich unter hohem finanziellen Aufwand neu instand gesetzt. Die Schwertransporte würden die Straße binnen kurzem wieder zerstören. Es ist unverständlich und unökonomisch, dass die Rohstoffe (z.B. die Gülle aus Paetrow!) kilometerweit transportiert werden müssen, anstatt die Anlage dort zu bauen, wo sie produziert werden.
Der Wasserhaushalt des Bodens wird durch die großflächige Bodenversiegelung massiv beeinträchtigt; Ausgleichsmaßnahmen können das nicht kompensieren.
Zudem verändert die Wärmestrahlung die Flora im nur wenige Meter angrenzenden Wald und führt zu einer Minimierung der Hoch- und Niederwildpopulationen, die den Wald als Rückzugsgebiet benötigen.

Intensive Gespräche u.a. mit Wirtschaftsfachleuten aus der Energiebranche ergaben klar und eindeutig: Die geplante Anlage ist ökonomisch und ökologisch absolut sinnlos. Der Standort ist wirtschaftlich isoliert, die Transporte kosten klimatechnisch mehr als sie durch die biomäßige Auslegung der Anlage einsparen, man denke nur an das Verbrennen fossiler Energiestoffe über den Dieselkraftstoff und die CO²-Belastung. Die einzubringenden Rohstoffe verschärfen die Problematik der Monokulturen, weil auf den für Nahrungsmittelanbau vorgesehenen Flächen nur noch Brennstoffe für die Anlage angebaut werden.

Man muss kein Experte sein. Gesunder Menschenverstand genügt, um zu erkennen, dass die volkswirtschaftlichen Allgemeinkosten bei Weitem den Allgemeinnutzen übersteigen. Außerdem ist die Anlage klimatechnischer Wahnsinn. Spätestens in zehn Jahren (massenhafte Beispiele insolventer Biogasanlagenbetreiber dokumentieren das) nicht mehr gewinnbringend, wird sie dann eine Industrieruine im Dorf darstellen. In diesem Zusammenhang kann man durchaus auch Fördermißbrauch vermuten.

Es sollte nicht zugelassen werden, dass durch egoistisches Gewinnstreben einzelner Personen unsere persönliche Lebensqualität und die Lebensqualität einer ganzen Region nachhaltig zerstört wird.

Bitte helfen Sie mit.

Ein anderes Beispiel: 

Sehr geehrter Herr Minister Backhaus,


ich schreibe Ihnen aufgrund eines sich anbahnenden ökologischen Unglückes in meinem Ort, Thandorf und hoffe auf ihre Unterstützung.

In der Nähe Thandorfs (300m bis zum Neubau) soll eine Biogasanlage und Gärrestebehälter gebaut werden auf dem Land der Nachbargemeinde, Schlagsdorf. In der Vergangenheit konnte die Gemeinde Thandorf erfolgreich den Bau eines Gärrestebehälters herauszögern. Nun fehlt uns jedoch jegliche Möglichkeit weiter gegen dieses Projekt vorzugehen und somit hoffe ich auf Ihre Unterstützung, da die Genehmigungsbehörde (Staatliches Amt für Umwelt und Natur Schwerin) zeitnah darüber entscheidet.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen eine Biogasanlage, im Gegenteil unterstütze ich die Nutzung und Gewinnung von regenerativen Energien wo ich nur kann. Auch unsere Gemeinde verfolgt z.B. das Aufstellen zusätzlicher Windkraftanlagen. Wir persönlich dämmen gerade unser Haus, heizen mit Holz und betreiben einen sinnvollen Stromverbrauch. Wir sind aber gegen eine negative ökologische Nutzung der Biogasanlage aufgrund der folgenden Gründe:

1.Die Biogasanlage steht isoliert da. Der Erzeugungsort der Schweinegülle ist ca. 45km entfernt. Keine Nutzung der Abwärme.

2.Transport per LKW der Schweinegülle. Das sind ca. 1000 LKW/Jahr die zusätzlich die Straßen belasten und CO2 ausstoßen.

3.Massiver Anbau von Monokulturen (Mais) mit Verringerung der Anzahl der Lebewesen in dieser Region, z.B. der Störche die keine Nahrung mehr finden.

4.Abwärme soll nicht genutzt werden, sondern unsere Atmosphäre erwärmen. Hier sehe ich den Nutzten der Biogasanlage am wenigsten.

Aus meiner Sicht ist diese Art von Biogasanlage-Betreibung nicht nur wirtschaftlich sinnlos sondern eine ökologische Katastrophe. Vorbei am eigentlichen Ziel. Ich hoffe, das für solch ein kurzgedachtes Projekt keine Fördermittel ausgeschüttet werden.

Ich hoffe, dass Sie, Herr Minister Backhaus, der gleichen Ansicht sind und dass Sie sich gegen diesen Bau der Biogasanlage aussprechen. Sollte die Anlage dennoch genehmigt werden, kann ich es aus ökologischer Sicht nicht mit meinem Gewissen vereinbaren und ich werde Wiederspruch erheben. Mein Sohn ist 5 Monate alt und ich engagiere mich weiter, um die Natur und unsere Umwelt für ihn zu schützen.


Mit freundlichen Grüßen

 

oder so (2 Beispiele):

Sehr geehrter Herr Minister Backhaus,

vor wenigen Jahren sind wir nach Thandorf gekommen und fühlen uns hier wohl. Die Gegend in und um Thandorf gefällt uns sehr gut und animiert uns täglich zu längeren Spaziergängen, was uns auch gesundheitlich gut tut.

Wir haben die Befürchtung, dass aufgrund der geplanten Biogasanlage  ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und Geruchsbelästigung stattfindet und dadurch unsere Lebensqualität stark eingeschränkt wird. Sollte dies der Fall sein, sehen wir uns gezwungen Thandorf in Richtung Schleswig- Holstein zu verlassen.


Mit freundlichen Grüßen


Sehr geehrte Damen und Herren,

als Einwohner der Gemeinde Thandorf möchte ich mich auch im Namen meiner gesamten Familie und Nachbarn an sie wenden.

In der Nähe Thandorfs (300m Entfernung) soll eine Biogasanlage errichtet werden. Das würde für uns Thandorfer bedeuten:

  1. Eine Zerstörung der Straßen durch zusätzliche LKW-Belastung, aufgrund des Schweinegülletransports vom ca. 45km Entfernung zu uns und auch durch alle anderen kleinen Dörfer der Umgebung.
  2. Tieffrequentes Brummen 24 Stunden am Tag, das ganze Jahr durch, Wie sollen wir dabei noch Schlaf finden?
  3.  Zerstörung der besonderen Landschaft und Atmosphäre unseres Dorfes Thandorf.
  4. Abwertung unserer Immobilien und Ländereien ohne Gegenleistung.


Aus den genannten Gründen bitte ich Sie diese Biogasanlage nicht zu genehmigen.

Mit freundlichen Grüßen

auch eine gute Zusammenfassung:

Sehr geehrter Herr Backhaus,

als Einwohner der Gemeinde Thandorf möchte ich mich auch im Namen meiner gesamten Familie und Nachbarn an Sie wenden.

In der Gemeinde Schlagsdorf, jedoch an der direkten Dorfgrenze von Thandorf soll eine Biogasanlage mit einer Leistung von 400kW entstehen. Durch mein abgeschlossenes Studium „Umwelttechnik/Regenerative Energien“ an der Fachhochschule in Berlin bin ich dieser Art der Energieerzeugung prinzipiell sehr aufgeschlossen. Gerade in unserer landwirtschaftlich geprägten Region sollte diese Möglichkeit soweit es geht und ökologisch vertretbar ist genutzt werden.

In diesem Fall jedoch befürchte ich, dass das geplante Vorhaben gerade ökologisch nicht zu vertreten ist. Weil ein Großteil der zu verwertenden Biomasse Schweinegülle aus einer ca. 40km entfernten Schweinemastanlage erst per LKW zur Biogasanlage transportiert werden muss, stellt sich sofort die Frage nach einer positiven CO2-Bilanz. Außerdem gibt es keine Wärmeabnahme des Stromerzeugers (bis auf die Gärrestetrocknung), was zusätzlich einer Verschwendung von Energie gleichkommt.

Der zweite Kritikpunkt ist die Tatsache, dass dieses Projekt dem Investor schon mehrere Mahle verwehrt wurde. Nun versucht er es erneut und wird, falls es ihm dieses Mal gelingt, gerade der Gemeinde Thandorf  zusätzliche Kosten in Bezug auf die Straßeninstandhaltung aufbürden, ohne jedoch im Gegenzug sich (z. B. durch Gewerbesteuerabgaben) regional einzubringen.

Aus den genannten Gründen bitte ich Sie Ihrer zuständigen Behörde diese Bedenken mitzuteilen und sich dafür einzusetzen, dass die Nutzung von regenerativer Energie in Mecklenburg-Vorpommern auch nachhaltig geschieht und nicht zum Deckmantel von Umweltbeeinträchtigung/-zerstörung und Verschwendung von Steuergeldern verkommt.

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen,

 

 

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Bemerkungen :

  • user
    Michael Finkenthei 16. Dec. 2009 Beim 01:19
    So, noch einige weitere Beispiele hinzugefügt.
    Man kann schon etwas dazu sagen, wenn man will.
    Wer noch weitere Beiträge liefern möchte, nur zu...

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