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Thandorf kauft keine WEMAG-Anteile

Auf einer extra anberaumten Besprechung der Gemeindevertretung wurde der Ankauf von Anteilen am Energieversorger WEMAG mehrheitlich von den Gemeindevertretern abgelehnt. Zugleich tritt die Gemeinde mit sofortiger Wirkung aus dem Anteilseignerverband aus.

Was sind die Hintergründe in Kürze?

Der derzeitige Mehrheitseigner der WEMAG, das Unternehmen Vattenfall Europe, wird sich aus strategischen Gründen von seinen Kleinbeteiligungen trennen. Es kam zu einem Kaufangebot an die Kommunen mit einem Kaufpreis von 117.000.000 EUR.

Für Thandorf hätte das nach dem geltenden Schlüssel ein zusätzliches Aktienpaket von rd. 6.500 Aktien bedeutet (2.500 befinden sich aus früherem Kauf bereits im Gemeindebesitz). Für die Bedienung des Kredites werden die Dividenden der Zusatzaktienpakete genommen, so ist jede Aktie rechnerisch belastet mit rd. 11,50 EUR, die für die Rückzahlung zu nehmen sind.

Damit wären keine Kosten auf die Gemeinde zugekommen - solange die Aktie nicht unter diesen "Verschuldungsanteil" sinkt. In diesem Fall würde der Kredit aus der positiven Differenz der davorliegenden Zeit zwischen Aktienwert und 11,50 EUR (die nicht ausgezahlt, sondern für diese Situation gesichert wird) bedient. Ist auch das nicht möglich, wäre der Zweitaktionär, die ThüGa, verpflichtet, bis zu 49% der Aktien aufzukaufen um die Kreditbedienung zu sichern. Erst wenn auch das aufgrund der Entwicklung im Energiemarkt oder aus anderen Gründen nicht möglich ist, tritt die Haftung der Gemeinden real ein. Ist der Kredit nach 21 - 47 Jahren (je nach Geschäftsverlauf) abgezahlt, fließen die Dividenden des gesamten Aktienpaketes in voller Höhe an die jeweiligen beteiligten Gemeinden.

Das Risiko besteht  in der unternehmerischen Entwicklung der WEMAG auf lange Sicht - denn jede Gemeinde haftet in letzter Konsequenz mit dem auf ihren Aktien liegenden Kreditanteil. Für Thandorf bestünde die Höchsthaftung am Tage der Übertragung (mit jedem Monat der Kreditbedienung nimmt diese Summe natürlich ab!) mit rd. 97.000 EUR.

Mehrheitlich teilte die Gemeindevertetung die werbenden Ausführungen auf der Informationsveranstaltung, sowie die in allen schriftlichen Unterlagen aufgeführten Prognosen und Gründe nicht. Das vielbeschworene Vertrauen in die Experten, die diesen Unternehmenskauf ausgehandelt und die Konditionen festgelegt haben, konnte nicht aufgebaut werden - auch auf dem Hintergrund, dass es gerade die Experten waren, die in jüngster Zeit so viele Unternehmen, Kleinbetriebe und Privathaushalte in wirtschaftliche Zwangslagen manövriert haben. Überlebt haben die, die den Experten NICHT geglaubt haben. Unter verantwortungsvoller Abwägung wurde letztlich nach bestem Wissen und Gewissen jedes Einzelnen die Ablehnung des Kaufes entschieden - auch unter Zurückstellen von Bedenken wegen der damit gleichzeitig verbundenen Gefährdung von Arbeitsplätzen bei der WEMAG.

 

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