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Bericht des Bürgermeisters - Dezember 2020

Es hat nichts stattgefunden in diesem Jahr, und doch ist viel passiert in Thandorf. Nur: Zu selten, ja fast gar nicht, haben wir alle uns gesehen und unbeschwerte Stunden im Rahmen von Veranstaltungen verbringen können.

Dieses Jahr wird uns allen in wenig guter Erinnerung bleiben. Kein Dorfputz, kein Teichfest, keine Trafo-Bar, kein Frühjahrsfeuer, kein Kindertag, keine Dörfer zeigen Kunst-Ausstellung, keine Seniorenweihnachtsfeier, nichts. Gar nichts? Doch! Das Open-Air-Kino war möglich und als einzige Gemeinde des Landes haben wir es geschafft, unter Einhaltung aller situationsbedingter Auflagen für die Kinder einen Laternenumzug durchzuführen und uns im Rahmen des „Lichterabends“ auf eine Bratwurst und ein Getränk auf dem Teichgelände zu versammeln! Nur wenige wissen, was für ein Aufwand an Gesprächen, Konzeptionen, Abstimmungen, usw. das bedeutete – im Ergebnis aber haben wir es geschafft. Der Dank gilt an dieser Stelle ganz besonders Märry Ahrndt, die unermüdlich so lange Konzepte schrieb, bis alle Behörden endlich grünes Licht gaben – nicht zuletzt deshalb, weil ihnen die Argumente ausgingen.

Wenn wir das Jahr insgesamt betrachten, so sind trotz widriger Umstände manche Dinge vorangetrieben und abgeschlossen worden. Andere stehen weiterhin auf der Agenda, an vorderster Stelle der Breitbandausbau. Irgendwie muss man den Eindruck eines plan- und konzeptlosen Vorgehens der Projektträger haben, es geht nach schnellem Anfang seit Wochen nun schon nicht mehr voran. Klar, dass der kommunizierte Fertigstellungs- und Anschlusstermin 31.12.2020 Makulatur ist, teils unverschuldet aufgrund von Einreiseverboten der Bautrupps, teils verschuldet durch chaotische Abstimmungen zwischen Planungsebenen und Bauausführenden. Fest steht nur eines: Es kommt. Neuer Termin für das Gesamtprojekt ist der 30.09.2021, frühere Anschlusstermine sind möglich. Ein Schelm, wer dabei an einen Flughafen denkt.

Dem gegenüber konnte das Projekt der so genannten „grundhaften Erneuerung des Spielplatzgeländes“ abgeschlossen werden. Drei neue Spielgeräte, Anpflanzungen von Bäumen und Hecken, was einfach klingen mag erforderte Monate lang intensive, teils nervtötende Arbeiten der Planung, Organisation und behördlichen Abstimmungen. Thomas Hellwig hatte sich sein erstes Jahr in der GV sicher etwas ruhiger vorgestellt, ihm an erster Stelle gehört der Dank für sein Engagement und das hohe Zeitinvest! Doch es brauchte viele weitere Hände aus dem Dorf, um alles zu einem guten Abschluss zu führen, auch diesen gilt es hier an dieser Stelle erneut den Dank der Kinder und des Dorfes auszusprechen. Abgerundet wurde die Neugestaltung durch frisch gestrichene Fußballtore, dafür engagierte sich Mario Quetschke, der sich auch an der Anschaffung neuer Netze beteiligte. Klasse! Jetzt ist alles chic, und so mancher Nachbar beneidet uns um dieses Ergebnis.

Offen blieb dieses Jahr die angestrebte Entkrautung des Teiches. Zum einen, weil sich herausstellte, dass gerade dieses Jahr wenig Kraut das Schwimmen störte, zum anderen weil die Badestelle ohnehin über Monate gesperrt war, sowie zum dritten aus Finanzierungsgründen. Dafür wurden Einwohner und Gäste um eine Beteiligung gebeten, das Ergebnis war, um der Wahrheit die Ehre zu geben, ernüchternd. Nicht einmal 1/3 der angestrebten und benötigten Summe kam zusammen – so wichtig scheint es denn, allen Beschwerden zum Trotz, doch nicht zu sein. Wir werden sehen, welche Maßnahmen im kommenden Jahr aufgegriffen werden können um ein unbeschwertes Schwimmen zu ermöglichen.

Ich bleibe noch beim Teichgelände, denn mithilfe des Kreisbauamtes können wir noch einen unglaublichen Lacherfolg verzeichnen. Wenn es nicht so absurd und so traurig wäre. Wie seit langem bekannt, ist das Ziel über LEADER -Mittelzuwendungen für die Entwicklung der Infrastruktur im ländlichen Raum ein kleines Sanitärhaus, sowie ein Parkstreifen am östlichen Geländerand zu bauen. Die Voranfrage ergab per Ablehnungsbescheid nun (trotz grundsätzlicher Zustimmung sogar der Biosphäre!), dass beides „eine Siedlungszersplitterung darstelle, öffentliche Belange beeinträchtige und wesensfremd“ sei. Noch einmal: Das Klohaus ist eine Splittersiedlung! Ohne Worte... Die Verhinderungsbehörde hat wieder zugeschlagen. Sie bevorzugt es, dass Hunderte im Laufe eines Jahres ihre Verrichtungen im Teich bzw. im Knick vornehmen und gleichzeitig Fahrzeuge den Grünstreifen zuparken. Mal wieder wird der Gemeinde eine Möglichkeit genommen Vorhaben umzusetzen, einmal mehr zeigt das, dass die Gestaltungshoheit der Gemeinde im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung nur eine Worthülse ist. Jeder in der Region weiß es: Stetes Ziel des Kreisbauamtes ist es, das Mögliche unmöglich zu machen, darin sind sie auch wirklich erfolgreich. Allerdings irrt es wenn es glaubt, dass wir es dabei belassen werden.

Ganz anders, wenn Dinge hier vor Ort aufgegriffen werden. So wurden, um nur ein Beispiel zu nennen, beide Bushaltestellen, also Dorfmitte und Schlagsülsdorf instand gesetzt, neue Regenrinnen, gesäuberte Fundamente und ein neuer Anstrich lassen die Bushäuschen wieder ansprechend strahlen. Danke an Rainer Ginnuth, sowie an Johanna Lafrenz samt Familie!

Zu einem tragischen Zwischenfall kam es vor ein paar Wochen hier in der Ortsmitte, als ein Kraftfahrer von Rieps kommend und nach Schlagsdorf abbiegend während der Fahrt einen Herzinfarkt erlitt. Das Fahrzeug kam in der Kurvenhecke zum Stehen. Viel Lob sowohl vom Notarzt, als auch von der hinzugeholten Ärztin ernteten dann Einwohner, die sofort anhielten, den Fahrer ohne zu zögern aus dem Fahrzeug zogen und unverzüglich mit der Reanimierung begannen. Beispielhaft! Zur Tragik gehört, dass wenige Tage später der Verunglückte dennoch verstarb.

An dieser Stelle sei sehr eindringlich noch einmal daran erinnert, dass wir an der Außenwand des DGH einen jederzeit zugänglichen und jederzeit einsatzbereiten Defi haben. Genau für so einen Fall haben wir den angeschafft, genau für so einen Fall wurde der installiert!

Neu war für uns alle auch die entbehrliche Erfahrung der mittelbaren Bekanntschaft mit einem Immobilienspekulanten. Wie allgemein bekannt und öffentlich, ist das Grundstück Riepser Str. 2 vor wenigen Wochen versteigert worden, nun versucht der Erwerber es für mehr als EUR 200,00 / m2 als „Bauland für ein MFH“ zu verkaufen – dem doppelten als dem hier üblichen Wert und dem doppelten des bezahlten Preises. Und das ohne Hinweis darauf, dass es sich hier um eine Bodendenkmalsverdachtsfläche handelt, dass Baulasten durch Abwasserleitungen darauf liegen und dass hier eine strenge Ortsgestaltungssatzung gilt. Ich ließ ihn wissen, dass hier in Thandorf noch die Werte von Anstand und Verhältnismäßigkeit gelten, daraufhin ließ er bis heute nichts mehr von sich hören. Möglicherweise ist er „not amused“ – wir auch nicht.

Das soll es dann für heute gewesen sein. Abschließend wünsche ich allen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start in ein hoffentlich weniger belastetes Jahr 2021. Last uns weiter gemeinsam achtsam sein! Gleichzeitig bedanke mich bei allen, die sich auch in diesem Jahr wieder für das gemeinsame Dorf aktiv eingebracht haben und daran mitwirkten, dass Thandorf das bleibt, was es ist: Ein ganz besonderes Dorf, in dem das Leben lebenswert ist!

Soweit mein Part, jetzt nun die Berichte aus den Fachbereichen:

Umwelt / Spielplatz / DGH: Thomas Hellwig

Im zurückliegenden Berichtszeitraum gab es im Dorfgemeinschaftshaus keine Veranstaltung. Aufgrund der ansteigenden Infektionszahlen sind die Dorfgemeinschaftshäuser vorübergehend wieder für Veranstaltungen geschlossen worden.

Weiterhin bleibt die Problematik der Reinigung für das Dorfgemeinschaftshaus bestehen. Hier muss bis zum 01.01.2021 eine neue Lösung bzw. ein neues Reinigungsunternehmen gefunden werden.

Auf dem Spielplatz gab es im zurückliegenden Berichtszeitraum ebenfalls keine Veränderungen.

Zweckverband / Straßen: Ralph Jennes

Im Bereich Straßen gibt es nichts Neues. Im Zweckverband ist alles in Ordnung. Die Finanzlage ist gut. Die Preise bleiben, bis auf die Abfuhr der Sammelgruben, 2021 stabil. Einige wichtige Zahlen erläutere ich kurz in der Sitzung.

Schulverband / Veranstaltungen: Henry Michaelis

Wie wir alle wissen sind unsere Veranstaltungen nicht gerade ins Wasser aber in die Pandemie gefallen. Ob es der Dorfputz war, das Teichfest oder aber auch unsere Ü60 Party. Nichts ging in diesem besonderen Jahr. Bedanken möchte ich mich aber bei all jenen, die trotzdem für Ordnung und Sauberkeit im und um unser Dorf gesorgt haben. So haben zum Beispiel 3 Einwohner nicht die Sau sondern den Bollerwagen durchs Dorf getrieben und sind mit einem Müllsack die Straßen abgelaufen und haben aufgeräumt. Super gemacht, DANKE. Wie eingangs erwähnt Veranstaltungen gab es leider keine.

Zum Schulverband ist so viel zu sagen, dass der Schulverbandsvorsteher es nur im Juni schaffte zu einer Versammlung einzuladen. Somit kann ich über den Neubau der Sporthalle oder andere wichtige Sachen, die die Schule betreffen leider nichts Neues berichten.

Ich wünsche euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit und dann auch einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Haushalt / Finanzen: Rainer Ginnuth

Am Jahresende blickt man gerne zurück aufs Jahr. Finanziell hat sich für die Gemeinde nichts geändert.

Wir werden höchstwahrscheinlich wieder ¼ unseres Gemeindehaushaltes über einen Kassenkredit finanzieren. Es gibt vielleicht die Aussicht das wir ein Teil unseres Kassenkredites über einen Entschuldungsfond los werden können. Ob wir das Geld bekommen ist überhaupt noch nicht sicher. Diese Chance sollten wir über das Amt auch nutzen.

Des Weiteren wollen wir das nächste Jahr zum ersten Mal einen Doppelhaushalt beschließen. Das sollten wir auch einmal ausprobieren. Es ist eigentlich nur verwaltungsmäßig eine Vereinfachung, sonst ändert sich nichts.

Feuerwehr: Dennis Karsten

Aus dem Bereich Feuerwehr gibt es aktuell aufgrund der aktuellen Verfügungslage nicht sehr viel zu berichten. Seit Anfang November sind die Übungsabende abgesetzt. Einzig allein die vier neuen Kamerad:innen werden per Videoschaltung in die Geräte und Fahrzeuge eingewiesen.

Bei den Einsätzen wird auf die Hygienemaßnahmen streng geachtet.  Wie ja auch in der SVZ zu lesen war, gab es da einen Autounfall in Schlagbrügge. Es stellte sich später heraus, dass der Unfallverursacher eigentlich als 1. Kontaktperson unter Quarantäne gestanden hat. Da ursprünglich nach Bekanntwerden nicht klar war, ob der Fahrer positiv oder negativ ist, war schnell auf Grund der eingehaltenen Vorschriften klar, dass die Kameraden nichts zu befürchten hatten. Soviel aus meinem Fachbereich.

Öffentl. Informationen: Johanna Lafrenz

Zusätzlich zu den Informationskästen habe ich nun von Henry Michaels unseren jährlichen Dorfputz im Frühjahr in meine Zuständigkeit übernommen.

 

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