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Ein Jahr Karate-DO in Thandorf

Vor genau einem Jahr, am 6.01.2013, haben wir unsere Idee, Karate-do für Kinder in Thandorf anzubieten, in die Tat umgesetzt.

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 Mit zwölf Kindern haben wir uns spielerisch und trotzdem diszipliniert dem Sport in unserem kleinen Dorfgemeinschaftshaus zugewandt.

Kernfragen der Kinder wurden sofort behandelt. Was will ich, was sollte ich in welcher Situation am besten tun? Kommt ein „Mopsgerät“ auf mich zu und greift mich an, stell ich mich dem, oder nehme ich meine Füße in die Hand und sehe zu, dass ich wegkomme? Hau ich undiszipliniert auf Kleinere ein, weil ich mich jetzt so stark fühle, und meine Stärke zeigen möchte?  Ich kann ja jetzt Karate!? Hau ich auf Kinder, die mich ärgern, ein, weil ich mich jetzt körperlich wehren kann?

Wann ist es sinnvoll, den eigenen Standpunkt zu vertreten,und auf welche Weise? Wann sollte ich lieber ausweichen?

Muss ich wirklich immer wachsam sein? Wie anstrengend wird das denn!?
Aber der Trainer verlangt es – schon in seinen ersten Reaktions-Tests.

Der Trainer ist fordernd, stellt an die Kinder hohe Anforderungen, überfordert manche! Aber schon bald können sich die Kinder darauf einstellen, finden den Zugang – auch zu der scheinbar harten tatsächlich aber freundlichen und humorvollen Persönlichkeit ihres Karate-Meisters. Schon bald lösen sie ihre Aufgaben erfolgreich. Und selbst den hippeligsten Kleinen gelingt es nach einigen Trainingsstunden, sich erstaunlich gut auf das Unterrichtsgeschehen zu konzentrieren. ADHS ade!

Die Kinder lassen sich schnell mitreißen von der mystischen Sportart Karate. So viele Geheimnisse und Riten birgt dieser Sport. Der Karatelehrer, Ralf R. Ide, ist dank seiner pädagogischen und psychologischen Ausbildung, seiner jahrzehntelangen Erfahrung mit Kindern und nicht zuletzt aufgrund seiner eigenen Begeisterung für diesen Sport  in der Lage, die Kinder hineinzuziehen in den Bann dieser Sportart. Es ist eine wirklich schwierige Disziplin, eine nach körperlicher und geistig-seelischer Perfektion strebende Sportart, wo genau genommen der Spaßfaktor keine Rolle spielt. Dennoch gelingt es Ralf, mit einer Prise Humor, entsprechende Übungen und durch das Schaffen von Erfolgserlebnissen, den Spaß der Kinder zu wecken.

Auch wenn nicht alle Kinder dabei blieben, die Gruppe wuchs dennoch. Denn die „infizierten“ Kinder  brachten neu Interessierte mit. So waren wir bis zum Sommer 19 Kinder, die jeden Sonntag sehr regelmäßig zum Training erschienen.

Schließlich stand die erste Prüfung, der erste Gurt, an. Um richtig gut vorbereitet in die Prüfung  gehen zu können, boten wir direkt vor dem Prüfungstag ein Trainingswochenende hier in Thandorf an: unser 1. Thandorfer Karate Sommercamp für Karate-Kids.

Man sollte nicht zur Prüfung gehen, wenn man diese  gerade mal so schafft, sondern dann, wenn man sich so weit verbessert hat, dass man den neuen Gürtel wirklich verdient und mit berechtigtem Stolz tragen kann.

Wir trafen uns am Freitagnachmittag. Da wir anfänglich mit nicht genügend Teilnehmern rechneten, boten wir unser Sommerlager auch den Kids des Ahrensburger Sportvereins (ebenfalls Ralfs Karateabteilung) an. Hieraus ergab sich eine Teilnehmerzahl von 31 Kindern und sechs Erwachsenen. Diese haben ein wirklich schönes Trainingswochenende gemeinsam verbracht. Für alle hart am Limit! Es wurden Freitag, Samstagvormittag und Nachmittag je 2 ½ Stunden bei tollem Wetter am See trainiert. Es wurde gespielt, geschwommen, gegrillt und in Zelten auf der Koppel hinterm Dorfgemeinschaftshaus geschlafen (oder auch nicht!).

Am Sonntag galt es zunächst den dreistündigen Lehrgang in Ahrensburg zu meistern, bevor die erste Karate-Prüfung unserer Kinder begann. Alle bestanden, alle erhielten neben der Urkunde ihren neuen Gürtel. Eine tolle Leistung - ein tolles Ereignis - eine tolle Erfahrung!

Bei diesem Trainingswochenende halfen viele Eltern mit. Diese bekamen die Begeisterung der Kinder hautnah mit. Es ist etwas anderes, sein Kind zum Training zu fahren und es später wieder abzuholen, oder es bei so einem Event zu begleiten. Einige Eltern faszinierte das so sehr, dass sie spontan beschlossen: Das wollen wir auch!

Seit Ende August bieten wir nun auch Training für Erwachsene an. Aus diesem Grund und weil wir auch bei den Kids aus allen Nähten platzten, haben wir die Gruppe neu aufgeteilt. Nun haben wir ca. 10 Kinder im Alter von sechs bis elf, eine Teenie-Gruppe und eine Erwachsenen-Gruppe. D.h. wir haben jetzt eine vollständige Karate-Abteilung in Thandorf mit z.Z. knapp dreißig Mitgliedern.
Wir haben uns aus diesem Grund unserem Dorfverein angeschlossen. Dann wurden wir ein offizielles Karate-Dojo der Mecklenburgischen Karateunion und schließlich Mitglied des großen Deutschen  Karate Verbandes, dem DKV. Wir haben einen eigenen Stempel und ein eigenes Logo entwickelt. Schon zum Sommerlager haben wir mit Hilfe unseres Sponsors Ralf Jennes (nochmal lieben Dank dafür!) T-Shirts bedrucken lassen. Jetzt haben wir noch Kapuzen-Sweatshirts anfertigen lassen, damit wir auch auf nationalen Lehrgängen klar zeigen können, woher wir kommen, wo wir trainieren.

Auch Anja Schäper hat sich für uns eingesetzt und sich auf dem Vereinssektor schlau gemacht. Dadurch haben wir jetzt Anspruch auf offizielle Gelder  und können uns ein paar Trainingsgeräte kaufen und werden vielleicht auch zu unserem zweiten Sommerlager, das vom 20.06. bis zum 22.06. 2014 stattfinden wird, ein wenig unterstützt.

Alles in allem ein schönes und erfolgreiches Jahr! Der Sonntagnachmittag ist nun in einigen Familien dem Karate gewidmet. Die Erwachsenen-Gruppe ist ein bunter Haufen aus Komplett-Anfängern, Quereinsteigern aus anderen Kampfsportarten oder Wiedereinsteigern, die nach vielen Jahren zu dieser Sportart zurück gefunden haben und sie nun mit sehr viel Begeisterung wieder neu erleben und regelrecht „heiß“ sind. Eine tolle Truppe, ein außergewöhnlich angenehmes Klima miteinander.

Einige möchten einfach mal richtig Abstand von Alltag und Arbeit haben, andere wollen auch Prüfungen machen, die meisten nutzen Karate, um sich einfach besonders fit zu halten, alle wollen sich im Ernstfall auch verteidigen zu können.

Das Jahr haben wir mit einem Lehrgang in Ahrensburg abgeschlossen. Dieser Lehrgang endete wieder mit einer Gürtel-Prüfung. Alle, die sich der Prüfung zum weißen, zum gelben und zum gelb-orangenen Gurt stellten, haben sie auch bestanden. Bei einigen Gelbgurten bedurfte es diesmal eines besonders wohlwollenden Blickes des Prüfers. Es wurde deutlich, dass der Prüfungswunsch der Kinder manchmal nicht ganz im zeitlichen Einklang war mit dem Trainingsfortschritt. Es braucht eben doch etwa ein Jahr zu „reifen“, bis man ein neues Niveau erreicht hat.  Deshalb steht  für die meisten Kinder die nächste Prüfung erst wohl so in einem Jahr an. Warum auch nicht!? Schließlich geht es nicht um Gürtel sondern um den eigenen Fortschritt. Und den zu erleben, das ist toll!

Die Erwachsenen, die ihre erste Prüfung absolvierten, werden wohl bald die Kinder eingeholt haben. Woran liegt das???

Auch für unseren Trainer war das Jahr sehr bedeutsam. Zum einen hat er sich im Karate hier einen neuen Wirkungskreis aufbauen können. Er hat unsere „Landkinder“ und ihren außergewöhnlich guten  „KIAI“  (Kampfschrei) schätzen gelernt. Die Stadtkinder sind nicht selten körperlich und teilweise auch emotional unterlegen. Wer sich nicht traut, den Mund aufzumachen, der bringt halt nur einen halbherzigen Kampfschrei heraus.

Hier bei uns in Thandorf erzittern regelmäßig die DGH –Wände, wenn unsere Landkinder ihren Kampfschrei herauslassen. Woran das wohl liegt?
Aber auch in der eigenen Familie konnte er sein außergewöhnlich hoch qualifiziertes Training unter Beweis stellen. Sein „Kleiner“, Flynn, hat am 31. August – damals noch 15 Jahre alt – beim Bundestrainer in Bremen seine Prüfung zum Junior-Dan (Schwarzgurt) ablegen können, d.h. er hat damit die Meisterstufe erreicht. Das ist toll und auch für den Laien hört sich das gut an. Noch mehr Bedeutung bekommt das Ganze, wenn man erfährt, dass es in ganz Norddeutschland z.Z. nur drei Junior-Dan-Träger gibt. Junior-Dan bedeutet, der Träger des schwarzen Gurtes ist unter sechzehn!

Der Junior-DAN war dem jungen Kämpfer aber nicht genug, er wollte den „richtigen“ Meistergrad, den „erwachsenen“ DAN. Gemeinsam mit seinem Bruder Tim fuhr er fünf Tage nach seinem sechzehnten Geburtstag zum Lehrgang in Berlin, um wiederum beim Bundestrainer seine Prüfung zum 1. DAN abzulegen. Beide bestanden! Flynn ist damit nun offiziell der jüngste DAN-Träger Deutschlands. Das ist schon eine beachtliche Leistung für einen Jugendlichen. Darüber haben das Hamburger Abendblatt, die LN und sogar RSH berichtet.

Und Ralf… der ist stolz wie Bolle; aber keiner kann erahnen wie viel Arbeit, Motivation und auch Stress und auch Geld ihn das gekostet hat, seine beiden Sohne so weit zu bringen. Aber jetzt hat er den Lohn dafür, darüber ist er glücklich, und das gönnen wir ihm von Herzen.

Abschließend können wir sagen: Es war ein tolles Jahr, wir haben viel gelernt, Spaß gehabt und freuen uns auf ein neues, interessantes und tolles Karate-Jahr 2014.

Und wir freuen uns über weitere Interessierte.

Keine Angst, alle Gruppen sind supernett und keiner wird schief angeguckt, wenn er noch „nix“ kann. Im Gegenteil – man hilft einander gern!
Allen ist noch zur Genüge vor Augen, wie es ihnen selbst noch vor kurzem ging, da würde sich keiner unangemessen darüber erheben.

Bei Interesse gerne bei mir unter: 0171 141 56 41 melden.
Alles Liebe für 2014
Ulli Kuster

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